Vor 3 Wochen hatte ich die Chance an einem 4-tägigem Leadership Seminar in Barcelona teilzunehmen und von den führenden CEO´s der Fitness-Branche zu lernen, was es tatsächlich heißt eine Führungskraft zu sein. Inspiriert durch dieses Erlebnis, beschloss ich mein eigenes Seminar zum Thema „Motivational Leadership“ zu halten – einem Führungskonzept hinter welchem ich zu 100% stehe und tagtäglich in dem von mir geleiteten Fitness-Club lebe.

Der folgende Artikel bildet einen Auszug meines Seminars „Motivational Leadership“.

„Managed“ du noch oder „leadest“ du schon?

“When you talk to a manager you get the feeling that they are important.

When you talk to a leader you get the feeling that you are important.”

Manager mag der Titel sein, den einige von uns auf unseren Visitenkarten tragen. Leader hingegen ist ein Status, der uns von unserem Team gegeben werden muss. Es gibt viele Theorien zu den Diskrepanzen dieser beiden Begriffe –  kurz & simpel gehalten kann folgende Aussage getroffen werden:

  • Manager delegieren Aufgaben. Sie sind stark prozessorientiert & suchen die Verantwortung für den Outcome vergebener Aufgaben bei den vermeintlich verantwortlichen Personen. Kurzfristige Resultate sind langfristigen Visionen übergeordnet. Fehler werden meist der Leistung des Teams bzw. einzelner Prozess-Verantwortlicher zugeordnet, selten sich selbst.
  • Leader inspirieren Aktionen. Sie hingegen kommunizieren Visionen & Ziele transparent, managen den Menschen, nicht den Prozess und schaffen durch Vertrauen und offene Kommunikation einen Performance-Spielraum für Ihr Team. Sie halten sich zurück und überlassen das Rampenlicht Ihren Star-Performern. Sie ermutigen Menschen dazu selber einen Lösungsweg zu finden und sind stets bemüht das gesamte Team in den kreativen Schaffensprozess miteinzubeziehen.

Dwight D. Eisenhower fand seinerseits eine sehr passende Definition von Leadership, der ich nichts mehr hinzuzufügen habe:

“Leadership is the art of getting someone else to do something you want done because he wants to do it.”

Was ist “Motivational Leadership”?

“Leadership is Influence.

Influence is motivating people to act.

Therefore Leadership is the Art of Motivation.

Leadership als die Kunst des Motivierens zu betrachten, half mir in meinem beruflichen Werdegang sehr dabei den Sprung vom Assistenten zum Senior-Manager innerhalb eines Jahres zu schaffen. Ich habe zahlreiche Leadership Theorien, u.a. von John Maxwell (5 Levels of Leadership), oder Richard Branson (CEO Virgin), rigoros studiert und stieß dabei darauf, dass alle auf demselben Fundament bauen – den Leadership M&M´s:

Menschen & Motivation

Aufbauend dazu habe ich im Zuge meiner Arbeit ein vereinfachtes Führungskonzept kreiert welches ich „Motivational Leadership“ nenne. Die 3 Grundprinzipien sind:

  • Team &  Vision – Commitment:
    • Menschen dazu zu motivieren an ein gemeinsames großes Ganzes zu Glauben (= eine Vision)
    • Zu verstehen geben, dass das Wohl des Teams über der Eigenleistung steht
  • Greatness – Commitment:
    • Menschen dazu zu motivieren mehr aus sich machen zu wollen
    • Sie zu inspirieren sich eine Story & Namen für sich machen zu wollen (z.B. durch das Aufstellen von Rekorden, dem dominieren des Marktes, etc.)
  • Inspiration – Commitment:
    • Menschen dazu motivieren  den Kunden mit der eigenen Leidenschaft fürs Produkt anzustecken
  • Sie inspieren ihr Team voranbringen und ins Spotlight stellen zu wollen (= Selber zu Leadern werden zu wollen)

Wer seine Transition vom Manager zum Leader beginnen möchte, muss sich an diesen 3 Säulen – dem Fundament der Motivational Leadership – orientieren. Um das Ganze noch detaillierter darzustellen, hilft folgendes Tool…

The Leaders Checklist

Was muss man als Manager eines Teams beachten, wenn man als Leader wahrgenommen werden möchte? Genau diese Frage stellte auch ich mir und meinem Team nach meiner Erfahrung in Barcelona. Der Outcome unseres Brainstormings ist meine „Leaders Checklist“ – 7 Dinge auf die jede Führungskraft achten muss.

  1. GROW YOURSELF

Bevor du der Leader eines Teams wirst, stell sicher, dass du die Credibilität dafür besitzt. Das du genug Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten steckst. Bilde dich stetig weiter und höre niemals auf zu lernen. Jedes Team ist nur so stark wie sein schwächstes Glied – tell sicher, dass nicht du dieses schwächste Glied bist. Immerhin bist du es, der deinem Team den Rücken stärken muss, nicht umgekehrt

  1. EMPLOY THE RIGHT PEOPLE

Urteile nicht (nur) nach Erfahrung und Know-How. Das Fundament deiner Einstellungs-Entscheidungen sollten die Werte & die Einstellung des Bewerbers sein. Passt die Persönlichkeit in dein Team? Stimmt der Ehrgeiz? Siehst du ein unbändiges Feuer in seinen Augen, das nur darauf wartet mit Wissen und Herausforderungen zum Lodern gebracht zu werden? Was zählt ist nicht wie gut eine Person ist, die gerade zur Tür reinkommt. Was zählt ist wie gut diese Person unter eurer Führung noch werden kann.

  1. FIND THEIR MOTIVATION

Was motiviert unsere Mitarbeiter? Sind es extrinsische Faktoren wie Geld & Aufstieg, oder intrinsische Antriebe wie Lob und das Gefühl zu etwas sinnvollem beigetragen zu haben? Was immer es auch ist, als Leader ist es eure Pflicht zu wissen was das Benzin ist, welches jedes einzelne Team-Mitglied zu Höchstleistungen antreibt. Nur so könnt ihr eure Leute auch in Down-Phasen wieder aufpäppeln und ihren eigenen Self-Motivation.Antrieb erwecken.

  1. ENCOURAGE VISION-COMMITMENT

Leader zwingen Menschen nicht ihnen zu folgen, sie laden sie auf eine Reise ein. Das Ziel der Reise muss jedoch bekannt sein um diese Einladung schmackhaft zu machen. Menschen wollen wissen wofür und vor allem warum sie arbeiten. Seid transparent mit eurer Unternehmens-Vision und „verkauft“ eurem Team  die Sinnhaftigkeit dieser (Vorausgesetzt ihr habt eine…falls nicht habt ihr ganz andere Sorgen um die ihr euch zuerst kümmern solltet!)

  1. EMPOWERMENT

In seinem Buch „The Virgin Way“ beschreibt Richard Branson „Empowerment“ als eine der wichtigsten Dinge für jede Unternehmenskultur. Das Prinzip des „Empowerments“ besagt seinem Team Vertrauen, Handlungsspielraum und Entscheidungsfreiheit zu geben um eigenständig nach Lösungen zu suchen und die Kommunikationswege für den Kunden so kurz wie möglich zu halten. Jeder Mitarbeiter sollte darin bestärkt werden gewisse Entscheidungen (in einem tragbaren Rahmen) für die Firma zu treffen – Die Wertschätzung die man als Leader damit ausdrückt ist kaum in Geld aufzuwiegen! Manchmal ist es besser eure Leute fragen im Nachhinein um Entschuldigung, als im Vorhinein um Erlaubnis.

  1. PERFROMANCE MANAGEMENT

Performance Management ist ein Prozess, dessen Ziel es ist ein Arbeitsumfeld zu schaffen in dem der Mitarbeiter bestmöglich performen kann. Es geht darum ein druck-freies Setting zu kreieren in welchem Kreativität sprießen kann. Mein Chef pflegt immer zu sagen, dass er die Funktion eines „Schei*e-Regenschirms“ innehat: Die Schei*e (=der Druck) kommt von oben und er lässt sie nicht durch, damit seine Mitarbeiter performen können. Eine treffendere Definition muss erst noch geschrieben werden.

  1. COMMUNICATION

Die einzige Aufgabe die ein Manager oder ein Leader niemals abgeben können, ist die Kommunikation. Es geht darum das gesamte Team stetig am Fluss der Information und damit auf demselben Stand. Es gibt nie zu viel Kommunikation, nur zu wenig. Als Leader, sowie als Sales-Person müssen wir lernen im Kommunikations-Prozess zuzuhören um zu verstehen, nicht nur um zu antworten. Kommunikation ist der Schlüssel zur Lösung fast sämtlicher Probleme mit denen wir im Geschäfts-Alltag konfrontiert sind. Kommunikation ist ebenfalls einer der am leichtesten zu durchzuführenden Prozesse. Lasst uns also nicht hierran scheitern.

Mehr zu meinen „Motivational Leadership – Principles“ in kommenden Artikeln & Seminaren.

„A leader is best when people barely know he exists, when his work is done, his aim fulfilled, they will say: We did it ourselves.” – Lao Tzu